Interessengemeinschaft (IG Rosenheim) der Krieger-, Veteranenvereine und Soldatenkameradschaften im Landkreis Rosenheim e.V.
Interessengemeinschaft (IG Rosenheim)der Krieger-, Veteranenvereine und Soldatenkameradschaftenim Landkreis Rosenheim e.V.

09.08.2026

Gelebte Veteranenkameradschaft im Elsass

Gedenkfeiern am Lingekopf mit bayerischer Beteiligung

Der zweite Sonntag im August ist seit Jahrzehnten ein fester Termin für zahlreiche deutsche und französische Veteranen sowie Freunde der Militärgeschichte. Am 9. August 2026 gedachten sie gemeinsam der verlustreichen Kämpfe, die im Sommer 1915 auf den Vogesenhöhen westlich von Colmar stattgefunden hatten.


Auf deutscher Seite waren in diesem Frontabschnitt das 1. und das 2. Königlich Bayerische Landwehr-Infanterie-Regiment eingesetzt. Die jeweils 1. und 2. Bataillone beider Regimenter waren in München aufgestellt worden. Das 3. Bataillon des 1. Regiments wurde in Rosenheim, das 3. und 4. Bataillon des 2. Regiments wurden in Passau aufgestellt.

Gedenken auf beiden Seiten der ehemaligen Frontlinie

Die erste Gedenkzeremonie fand auf dem deutschen Soldatenfriedhof Hohrod-Bärenstall statt, der östlich der damaligen Frontlinie liegt. Anschließend versammelten sich die Teilnehmer auf dem westlich der ehemaligen Frontlinie gelegenen französischen Militärfriedhof Wettstein.


Ihren gemeinsamen Abschluss fanden die Gedenkfeiern traditionell auf einer nahe gelegenen Waldlichtung – bei bayerischem Bier und Elsässer Weißwein.

Hochrangige Gäste und bayerische Fahnenabordnungen

Veranstalter auf deutscher Seite war der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Bezirksverband Südbaden-Südwürttemberg, vertreten durch seinen Vorsitzenden Frank Hämmerle. Als Ehrengast nahm der Bundestagsabgeordnete Dr. Yannick Bury an der Gedenkfeier teil.


Die bayerischen Teilnehmer waren mit zwei Vereinsfahnen der IG Rosenheim vertreten und erhielten die ehrenvolle Aufgabe, unmittelbar links und rechts des Rednerpults Aufstellung zu nehmen. Als Fahnenträger fungierten die Vorsitzenden der Veteranenvereine Irschenberg und Niklasreuth, Franz Heiß und Johann Waldschütz.


Auch die Gedenkzeremonie auf der französischen Seite der ehemaligen Frontlinie war wieder hochrangig besetzt. Neben Mitgliedern des französischen Senats und der Nationalversammlung nahmen Vertreter des Regional- und Départementrats, Bürgermeister sowie zahlreiche Abordnungen französischer Veteranenvereine mit ihren Präsidenten teil.

Gedenkfeier auf dem deutschen Soldatenfriedhof Hohrod-Bärenstall: In zentraler Position stehen die Fahnen der Veteranenvereine Irschenberg (links) und Niklasreuth (rechts). Dazwischen befinden sich der Bundestagsabgeordnete Dr. Yannick Bury und Frank Hämmerle vom Volksbund. Im Vordergrund sind ein Teil der französischen Bürgermeister sowie Vertreter des französischen und deutschen Militärs zu sehen. Zweiter von rechts: Général a. D. Dominique Muller, Präsident des Mémorial du Linge. Rechts neben ihm sitzt Oberst d. R. Gerd Beyer aus Dießen am Ammersee, der sich gemeinsam mit seinen Kameraden vom Internationalen Reservisten Corps Murnau seit vielen Jahren bei den Instandsetzungsarbeiten an der Gedenkstätte am Lingekopf engagiert.

Gedenkfeier auf dem französischen Soldatenfriedhof Wettstein: Vor der Fahnenkulisse von links: Colonel Jean Pertué, Kommandant der Gendarmerie-Einheiten im Departement Oberelsass; Dominique Muller, General a. D. und Präsident des Linge-Memorials; Christian Klinger, Senator im Departement Oberelsass; Émilie Helderlé, Bürgermeisterin der Gemeinde Orbey; Ludovic Haye, Senator im Departement Oberelsass und Pierre Bihl, 1. Vizepräsident der Europäischen Gebietskörperschaft Elsass.

Bayerisches Bier und Elsässer Wein verbinden

Der gesellige Höhepunkt war der gemeinsame Umtrunk nach den offiziellen Zeremonien. Die Abordnung des Veteranenvereins Baiern hatte dafür Bier der Schlossbrauerei Maxlrain mitgebracht. Dazu wurde Elsässer Grauburgunder aus Ammerschwihr ausgeschenkt.

„Maßkriag san uns liaba ois Weltkriag“

Die Gäste nahmen sich dieses bayerische Motto offensichtlich zu Herzen: Von den mitgebrachten 150 Litern Bier blieb nichts übrig.

Gesellschaftlicher Höhepunkt war der Bierausschank auf der Waldlichtung. Das Schankteam mit Stefan Heller (rechts) und Luitpold Mayer (links), beide vom Veteranenverein Baiern, wurde von Marlene Schelshorn aus Irschenberg (links außen) unterstützt. Zahlreiche Gäste aus Politik und Militär sowie einheimische Bürger und Touristen sorgten dafür, dass das Schankteam alle Hände voll zu tun hatte.

Die Veranstaltung zeigte erneut auf eindrucksvolle Weise, wie aus der einstigen Erbfeindschaft durch Versöhnung und persönliche Begegnungen eine grenzüberschreitende Freundschaft entstehen konnte.

Herzlichen Dank für Ihr Interesse an unserer IG

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© Pius Graf